Vereinigte Druckereibetriebe

Laupp & Göbel

Mehr als nur eine Druckerei – eine Tradition

Das Gautschen – eine alte Tradition der Schwarzen Kunst

Wer in einer Druckerei seine Ausbildung beendet, hat nicht nur einen Beruf gelernt. Er wird Teil eines Handwerks, das auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblickt: die Kunst des Druckens, Setzens und Gestaltens.

Eine besondere Tradition dieser Berufe ist das Gautschen. Dabei werden frisch ausgelernte Fachkräfte feierlich in den Kreis der sogenannten „Jünger Gutenbergs“ aufgenommen. Gemeint sind damit ursprünglich Buchdrucker, Schriftsetzer und Drucker – also all jene, die mit der „Schwarzen Kunst“, der Kunst des Druckens, verbunden sind.

Was bedeutet Gautschen?

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Papierherstellung. Beim Gautschen wurden nasse Papierbahnen gepresst, um ihnen Wasser zu entziehen.

Daraus entwickelte sich im Druckhandwerk ein ganz eigener Brauch: Nach bestandener Ausbildung wird der neue Geselle symbolisch „gereinigt“. Früher wie heute geschieht das mit viel Wasser, einem nassen Schwamm, kräftigen Packern und natürlich einer guten Portion Humor.

Ganz nach dem Motto:
Die Fehler, die Hudelei und die Murkserei der Lehrzeit werden abgewaschen – ab jetzt zählt sauberes Handwerk.

Mehr als nur ein lustiger Brauch

So unterhaltsam das Gautschen auch aussieht: Dahinter steckt eine wichtige Bedeutung.

Mit der Zeremonie wird der Übergang von der Lehrzeit ins Berufsleben gefeiert. Der junge Geselle wird offiziell in die Gemeinschaft der Drucker aufgenommen. Gleichzeitig erinnert das Gautschen daran, welche Werte im Handwerk zählen:

Sorgfalt, Genauigkeit, Verantwortung, Zusammenhalt und Stolz auf das eigene Können.

Gerade in einer Druckerei sind diese Werte bis heute wichtig. Denn jedes Druckprodukt verlangt Konzentration, Erfahrung und ein gutes Auge fürs Detail.

Der Gautschbrief

Wer gegautscht wurde, erhält traditionell einen Gautschbrief. Diese Urkunde bestätigt die Aufnahme in die Gemeinschaft der Schwarzen Kunst.

Früher hatte der Gautschbrief eine besondere Bedeutung: Wer die Arbeitsstelle wechselte, konnte damit zeigen, dass er den Brauch bereits durchlaufen hatte. Gleichzeitig war er eine bleibende Erinnerung an diesen besonderen Moment im Berufsleben.

Auch heute ist der Gautschbrief ein Zeichen der Wertschätzung – und natürlich ein Dokument, das man gerne aufbewahrt.

Gautschen bei Laupp & Göbel

Auch bei Laupp & Göbel hat diese Tradition ihren festen Platz. Nach einer längeren Pause wurde das Gautschen im Jahr 1997 wieder aufgenommen. Seitdem werden Auszubildende nach erfolgreicher Lehrzeit in regelmäßigen Abständen gegautscht.

Ob vor der Druckerei, in einer Wanne oder im Brunnen: Das Gautschen gehört bei L&G zu den besonderen Momenten der Ausbildung. Es verbindet Generationen, bringt Kolleginnen und Kollegen zusammen und zeigt, dass Handwerk nicht nur aus Maschinen, Papier und Farbe besteht – sondern vor allem aus Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft machen.

Tradition, die weiterlebt

Das Gautschen erinnert daran, woher das Druckhandwerk kommt. Gleichzeitig zeigt es, wie lebendig diese Tradition bis heute ist.

Bei Laupp & Göbel wird Wissen nicht nur weitergegeben. Es wird gelebt. Junge Menschen lernen hier ein anspruchsvolles Handwerk, wachsen in ein Team hinein und werden Teil einer Geschichte, die seit vielen Generationen weitergeschrieben wird.

So bleibt das Gautschen mehr als ein alter Brauch: Es ist ein Zeichen für Zusammenhalt, Qualität und die Liebe zum Druckhandwerk.

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