Das Steinlachtal

Das Steinlachtal verdankt seinen Namen der Steinlach, einem Flüsschen, das sich seinen Weg von der Quelle nahe Talheim bis zu seiner Mündung in den Neckar durch die Talsohle gesucht hat. Am südlichsten Punkt grenzt das Tal an die Schwäbische Alb. An ihrem Fuße liegt die kleine Gemeinde Talheim in einem Talkessel, der von Alb, Farrenberg (820 m) und Riedernberg (851 m) gebildet wird. In nördlicher Richtung zieht es sich über ca. 25 km bis nach Tübingen, wo es schließlich in das bekanntere Neckartal übergeht.

Aus geologischer Sicht betrachtet besteht das Steinlachtal aus den Gesteinsschichten Brauner Jura (Dogger), Schwarzer Jura (Lias) und Keuper — in Tübingen bildet letztlich Muschelkalk die Talsohle. Die Entstehung dieser Landschaftsform steht eng mit der der Alpen in Zusammenhang. Als diese sich vor ca. 40 Millionen Jahren auffalteten, entstand durch die Schrägstellung der Schichten — neben dem Schwarzwald — auch die Schwäbische Alb. Die sich dadurch gebildete Abbruchkante, der Albtrauf, verlagerte sich durch Erosion immer weiter Richtung Süden. Stumme Zeugen dieses Verwitterungsvorganges — die sogenannten Zeugenberge — sind unter anderem der Zoller (überragt von der berühmten Burg Hohenzollern), die Achalm (bei Reutlingen) und auch der Farrenberg, der sich über der Stadt Mössingen erhebt. Sie alle trotzten auf Grund ihrer festeren Gesteinsschichten den Kräften der Natur wie Wind, Wasser und Eis. So entstand im Laufe der letzten Jahrmillionen das heutige Landschaftsbild. Das Wetter und die Niederschlagsmenge im Steinlachtal wird sehr stark von der Alb bzw. dem Albaufstieg bestimmt. An schwülen Sommertagen staut sich so manches Gewitter am Albtrauf und lässt es im Tal beinahe sintflutartig regnen. Dasselbe Wetterphänomen sorgt auch in strengen Wintern dafür, dass das höher gelegene Talheim fast »im Schnee versinkt«, während in Tübingen noch das Grün die Farbe der Landschaft bestimmt.

SteinlachViaduktWirtschaftlich gesehen zählt unsere Heimat zum Wirtschaftsraum »Mittlerer Neckar«. Eine dominierende Rolle nimmt dabei natürlich die Universitätsstadt Tübingen ein, in jüngster Vergangenheit gewinnt aber auch die Stadt Mössingen immer mehr an Bedeutung. Für Anbindung an die Städte Tübingen und auch Stuttgart sorgte früher die alte »Schweizer Straße«, eine wichtige Handelsroute, die an Mössingen vorbei durch Ofterdingen und Dußlingen direkt nach Tübingen und weiter in die Landeshauptstadt Stuttgart führt. Diese Straße, die heutige B27 (E70), wird nach jahrzehntelanger Planung auf Grund des immer höher werdenden Verkehrsaufkommens durch Pendler- und Berufsverkehr zur Zeit vierspurig ausgebaut.

Die Steinlach

WeidenDie Steinlach, Namensgeberin unseres schönen Tales, entspringt am Fuße der Schwäbischen Alb, 1 Kilometer südwestlich von Talheim in der Tirentalschlucht auf 674 Meter über NN. Auf ihrem ca. 26 Kilometer langen Weg nach Tübingen in den Neckar legt sie 357 Höhenmeter zurück. Das entspricht einem mittleren Gefälle von 1,4 Prozent. Vier Gesteinsschichten — Weißer, Brauner und Schwarzer Jura sowie Keuper — bilden ihr steiniges Bett. Sie fließt durch insgesamt 7 Gemeinden (Talheim, Mössingen, Ofterdingen, Nehren, Dußlingen, Derendingen und Tübingen). In der Blütezeit der Wasserkraft sorgte sie für den nötigen Antrieb von ca. 13 Getreide-, Säge-, Gips- oder Ölmühlen. Die Wassermenge bei mittlerem Niedrigwasser ist 70 Liter pro Sekunde, Mittelwasser 530 Liter pro Sekunde. Beim Hochwasser am 9. Juni 1980 rauschten pro Sekunde 26.000 Liter talwärts. Diese Pegelstände beziehen sich auf Dußlingen. Nach Zufluss der Wiesaz und Einleitung der Kläranlage misst man am Bläsibad vor Derendingen 240, 1.740 und am 23. Juni 1975 157.000 Liter pro Sekunde. Die Steinlach ist Habitat von insgesamt 50 Tierarten, darunter Bachforelle, Steinkrebs, Eisvogel und Graureiher. Die Wasserqualität wird als gut bis sehr gut eingestuft.

 

Die Ortschaften im Steinlachtal

DusslingenTalheim, die Geburtsstätte der Steinlach, ist ein 1.500−Seelen−Dorf direkt am Albtrauf. Es gehört seit 1980 zum Stadtbezirk Mössingen und ist die höchstgelegene Gemeinde im Landkreis Tübingen.

Mössingen wird – durch die schönen Bepflanzungen fast aller öffentlichen und auch privaten Grundstücke und Plätze – auch die Blumenstadt genannt. Sie liegt am Fuße des 800 Meter hohen Farrenbergs, einem Plateau, das zur Schwäbischen Alb gehört und als Sport− und Segelflugplatz genutzt wird. Der Farrenberg und der Bergrutsch am nahegelegenen Hirschkopf, an dem am frühen Morgen des 12. April 1983 rund 100.000 Kubikmeter Erde und Geröll talwärts rutschten, machen Mössingen für Erholungs− und Freizeit−Suchende bekannt und gewiss eine Reise wert. Weiter bachabwärts liegt Ofterdingen. Mit seinen ca. 5.000 Einwohnern wird es ebenfalls wie Dußlingen durch die ehemalige »Schweizer Straße«, die heutige B27, geteilt. Diese war und ist in der Region eine der Haupthandels– und –verkehrsadern in Richtung Süden.

Nehren (4.000 EW) gilt als die schönste Gemeinde im ganzen Kreis Tübingen und ist vor allem durch seine Fachwerkbauten mit den berühmten »Naihremer Dächle« bekannt geworden. Diese Bauten säumen die Ortsdurchfahrt und lohnen jederzeit einen Umweg. Nehren gehört seit 2014 zur deutschen Fachwerkstraße.

Dußlingen, die älteste der Steinlachgemeinden, erste urkundliche Erwähnung im Jahre 888 n. Chr., hat ca. 6.000 Einwohner. Die Steinlach teilt Dußlingen in zwei Hälften.

TuebingenStocherkahnIn Derendingen, dem südlichsten Stadtteil von Tübingen, ziehen sich Ahorn– und Kastanienbäume als Allee an der Steinlach entlang und laden zu einem lauschigen Spaziergang ein, der einen bis zum neueren Teil der Tübinger Innenstadt führen kann.

Die Universitätsstadt Tübingen zieht das ganze Jahr über Besucher aus aller Welt an – vor allem die idyllische Altstadt mit der Stiftskirche und dem Rathaus im Renaissance–Stil, sowie das durch die zahlreichen Studenten internationale Flair machen Tübingen lebens− und liebenswert. Außerdem beheimatete sie ab 1806 bis zu seinem Tode im Jahre 1843 den als geisteskrank geltenden Dichter Friedrich Hölderlin, der einsam in seinem Turm lebte und seine Werke schuf. Der Hölderlin−Turm ist bis heute in der Bursagasse erhalten und zählt zu einem der vielen Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der Stadt.

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